Privates Fachklinikum für interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
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Diabetologie am Sigma-Zentrum

von: Prof. Dr. Schottler | Datum: 9. November 2016

Das Sigma-Zentrum Bad Säckingen ist auf der Landkarte der Deutschen Diabetes Gesellschaft die bisher einzige psychiatrische Klinik in Deutschland mit dem Zertifikat: „Klinik für Diabetespatienten geeignet“.

Überregionale Beiträge in der Diabetes-Zeitung und der Medical Tribune machten jüngst auf diese Besonderheit aufmerksam. Der Internist Dr. Johannes Bauer ist Leitender Arzt der somatischen Medizin im Sigma-Zentrum und betreut das Diabetesprogramm des Klinikums. Mit ihm haben wir ein Gespräch geführt.

Warum beschäftigt sich das Sigma-Zentrum als Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin so ausführlich mit Diabetes?
Dr. Bauer: Zwischen Diabetes und psychiatrischen Erkrankungen gibt es eine Vielzahl von Wechselbeziehungen. Patienten mit psychischen Erkrankungen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Umgekehrt sehen wir auch, dass Diabetiker verstärkt zu psychischen Störungen neigen. Dazu kommt, dass einige Psychopharmaka zu deutlichem Übergewicht und damit einem gesteigerten Diabetesrisiko führen können. Die Problematik liegt eigentlich auf der Hand.

Wie ist es zu dieser für ein Psychiatrisches Krankenhaus in Deutschland bisher einzigartigen Zertifizierung gekommen?
Dr. Bauer: Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat 2013 diese neue Zertifizierung geschaffen. Das Sigma-Zentrum mit seinem ganzheitlichen Konzept bildet den idealen Rahmen, den medizinischen Zusammenhang von Diabetes und Psychiatrie zu integrieren. Als Diabetologe und Psychotherapeut freut es mich natürlich, in beiden Bereichen tätig zu sein. Das ist mit der Zertifizierung deutlich besser möglich. Daher haben wir schon 2014 das Zertifizierungsverfahren durchlaufen.

Welche Behandlungsvorteile ergeben sich daraus für die Patienten des Sigma-Zentrums?
Dr. Bauer: Alle Patienten bekommen bereits am ersten Tag Ihres Aufenthaltes eine Blutzuckerkontrolle. Ist diese auffällig, erfolgt innerhalb kurzer Zeit ein diabetologisches Konsil. Das heißt, ein Facharzt beurteilt die Situation und kann sofort eine Behandlung beginnen, wenn diese erforderlich ist. Das kann in manchen Fällen bereits zu einer deutlichen Besserung der Psyche führen, da ein schlecht eingestellter Diabetes müde und antriebslos macht. Falls Patienten mit Diabetes wegen einer psychischen Erkrankung zu uns kommen, ist es daher wichtig, dass neben der Psyche auch der Diabetes mitbehandelt wird.

Wie ist stellt sich aus Ihrer Sicht der interdisziplinäre wissenschaftliche Austausch dar?
Dr. Bauer: Im Rahmen des Herbstkongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft am 12. November 2016 in Nürnberg bin ich eingeladen, in einer Präsentation von unseren Erfahrungen zu berichten. Da wird es natürlich auch einen umfassenden Fachaustausch mit Kollegen verschiedener medizinischer Fachrichtungen geben. Ich freue ich mich auf diesen Dialog und werde im Rahmen meiner Präsentation das diagnostische und therapeutische Leistungsangebot des Sigma-Zentrums und natürlich auch den Standort Bad Säckingen mit Holzbrücke und Trompeter vorstellen.

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